Corona Krise verändert auch den Schwertberger Schulalltag gravierend“

Ein Lagebericht aus der Neuen Mittelschule Schwertberg von Klein Jakob B.Ed.

Nachdem es in unserer Schule vor den Ferien aus weithin bekannten Gründen sehr unruhig war sollte auch gleich nach den Ferien wieder echt viel los sein.

Zuerst war es noch relativ unvorstellbar, dass die Schulen geschlossen werden würden. Erste Stimmen kamen aber schon in der ersten Woche nach den Ferien auf, die weissagten, dass es wohl bis Ostern nicht regulär ablaufen würde. Trotz dem ging es dann doch ziemlich schnell für alle Beteiligten und schnelles Handeln und Flexibilität waren gefragt.

Die Schüler wurden in der Woche vor dem „Shut Down“ schon auf die bald folgenden Ereignisse eingestimmt und dann noch am Donnerstag und Freitag von Hernn Greinstetter und Herrn Klein in unsere Lernplattform office365 mit den Apps „outlook“ und „Teams“ eingearbeitet. Zudem wurden schon Arbeitsmaterialien und Lehr- bzw. Lesebücher für die Wochen bis Ostern ausgeteilt.

Ein besonderer Dank gebührt an dieser Stelle unserem Informatiker des Hauses Herrn Lehrer Greinstetter Hannes, der in stundenlanger unermüdlicher Arbeit kurzfristig alle Grundlagen für unsere spätere Arbeitsweise gelegt hat und auch jetzt ein Anlaufpunkt für technische Problem aller Art ist.

Am Montag hatten wir dann schon nur mehr eine Hand voll Schüler in der Schule und wir waren froh mit unseren Vorbereitungen so weit fortgeschritten zu sein. Jetzt wurden von mir noch in Kleingruppen die Lehrer eingeschult und die Betreuung der Schüler konnte eigentlich ab Dienstag/Mittwoch gewährleistet werden.

In den ersten beiden Wochen war die Schule noch jeden Tag vormittags und nachmittags mit jeweils 2 Lehrern besetzt. In der Garderobe gleich beim Eingang wurden Tische aufgestellt und Lernmaterialien zum Abholen zur Verfügung gestellt. Zudem wurde eine kleine Bücherei eingerichtet, um die Kinder mit Lesestoff zu versorgen. Leider mussten wir die Schule schon bald schließen, nachdem es zu Infektionen bei Lehrern und Schülern gekommen war.

Die Lehrer setzten von Anfang an auf eine gute Kommunikation mit Schülern und Eltern. Wichtige allgemeine Informationen gelangten über das Büro von Direktorin Stummer und die Elternvertretung zu den Eltern und Schülern. Alle Klassenvorstände telefonierten ihre Klasseneltern durch und erkundigten sich über die Voraussetzungen und Situationen in den Familien. So gelang es uns bis dato, fast alle Schüler an Board zu holen und es rutschen uns aktuell wirklich nur eine einstellige Anzahl an Schülern durch die Finger.

In den ersten 3 Wochen bis zu den Osterferien wurde auf Anweisung vom Bildungsministerium kein neuer Unterrichtsstoff erarbeitet. Diese Zeit wurde in den Hauptfächern sinnvoll genutzt, um bisher erworbenes Wissen und Kenntnisse zu wiederholen und zu festigen. Da die Gesamtsituation vor Ostern ziemlich belastend und neu war, wollten wir die Kinder nicht auch noch schulisch sofort überfordern und achteten darauf, das Angebot überschaubar und leicht machbar zu gestalten. Ein gegenseitiger Austausch zwischen den Schulpartnern war auch hier ganz wichtig und förderlich.

In den Ferien nahmen einige Lehrer an Fortbildungen teil und die gesamte Mannschaft der NMS nahm am Gründonnerstag an einer von mir angebotenen internen online Fortbildung teil, um nach den Ferien noch besser auf die veränderten Bedingungen vorbereitet zu sein. Auch das Thema Audio/Videobesprechungen stand am Kursplan. Am Freitag und Samstag fanden dann noch Fachkonferenzen in Deutsch, Englisch und Mathematik statt um den Fahrplan bis Mitte Mai zu koordinieren. Am Dienstag nach den Ferien hatten wir ein von Dir. Stummer geführte Schulkonferenz zu allgemeinen schulspezifischen Themen.

Alle Besprechungen fanden in Form von Videokonferenzen in Microsoft Teams statt und es ging in den letzten Wochen was Digitalisierung und eLearning betrifft ein mächtiger Schub in allen Altersstufen durch das Kollegium! Nur wenn man selbst begeistert oder sicher im Umgang mit den neuen Medien ist kann man diese Begeisterung gut an die Kinder weitergeben. Jedes Kind hat Zugang zu einem PC/Laptop einem Tablett oder zumindest einem Handy und mehr braucht es nicht. Aber nicht nur bei den Lehrern, sondern auch in vielen Haushalten in Schwertberg wurde zwangsgedrungen in diesen Bereichen in den letzten Wochen viel dazugelernt. Das wird in Zukunft sicher viele Vorteile mit sich bringen und so können wir vielleicht teilweise aus der Not auch eine Tugend machen.

Die Kinder wurden ab der Woche vom 20. April auch in den Realien mit Arbeitsanweisungen versorgt und nach den Ferien wurde auch neuer Stoff erarbeitet. Jetzt fanden auch vermehrt Live Videokonferenzen mit den Schülern statt. Man merkte es den Schülerinnen und Schülern gleich an, wie sehr sie sich über solche Live Stunden freuen. Es ist gleich was ganz anderes in direktem Kontakt zu stehen. Es ist auch spannend als Lehrer, wenn man direkt in den Wohnzimmern der Kinder unterrichtet und manchmal die ganze Familie am Unterricht teilnimmt!

Jetzt nach den Ferien ist die Schule wieder täglich mit einen Journaldienst besetzt es können Arbeiten geholt und abgegeben werden und auch Kinder werden betreut. Die Schwertberger Familien benötigen dieses Betreuungsangebot aber kaum und bewältigen die Situation wirklich gut und mit viel Einsatz für ihre Kinder. Es ist denke ich jetzt ganz wichtig, einfach für unsere „Kleinen“ da zu sein und Ihnen eine Schulter zum Anlehnen zu geben, ein warmes Nest zu Hause zu haben. Und dazu versuchen wir Lehrer möglichst gut beizutragen.

In dieser Phase ist glaube ich allen Beteiligten – Lehrern, Schülern und auch Eltern – bewusst geworden wie schön ein „normaler Schultag“ ist und wir schätzen in Zukunft vielleicht die kleinen und vermeintlich einfachen Dinge wieder mehr.

In diesem Sinne wünsche ich allen Alles Gute und freue mich in hoffentlich absehbarer Zeit auf zahlreiche Begegnungen in der „realen Welt“.